Eurythmie

Wie bereits einmal erwähnt, gehört auch das Lehrfach Eurythmie auf den regelmäßigen Stundenplan einer Waldorfschule. Was für viele eher nach "Hoppserei" mit flatternden Gewändern aussieht, so hat es dennoch eine tiefere Bedeutung.

Eurythmie ist die künstlerische Art und Weise, Stimmungen, Musik und Sprache körperlich darzustellen. So hat der Zuschauer nicht nur die Möglichkeit, der Musik und den Farben zu lauschen, sondern kann auch einen visuellen Eindruck bekommen die mit dieser Form zum Ausdruck gebracht werden kann.

Entwickelt wurde Eurythmie zwischen den Jahren 1861 - 1925 und wurde bereits 1919 an der ersten Walddorfschule eingegliedert. Der Begriff Eurythmie kommt aus dem griechischen und bedeutet "schöner Rhythmus".

Beginnend ab der 1. Klasse wird den jungen Schülern anhand von Märchen- und Tiererzählungen die Bewegungen und die dargestellten Stimmungen nahe gelegt und erklärt, wie Gefühle anhand von Tänzen ausgedrückt werden können. In den darauffolgenden Klassen kommen die sogenannten "Lautgebärden" hinzu und die Schüler lernen sich offen nach außen zu bewegen und dem entgegen zu stellen was sie im Leben erwartet - begleitet werden sie hier bereits mit musikalischer Unterstützung am Klavier von Johann Sebastian Bach oder auch Wolfgang Amadeus Mozart.

In den Mittelklassen ( 5. und 6.) kommen rhythmische und offenere Bewegungen - dies dient dazu, den Kindern Willensstärke, als auch einen besseren Orientierungssinn zu vermitteln um sich ihrer Umwelt und den geometrischen Gegebenheiten anzupassen.

In den höheren Klassen wird auf die Veränderungen der Schüler eingegangen. Viele befinden sich nun in der Pubertät, haben Stimmungsschwanken und wissen mit sich und der Welt nichts anzufangen. Diese Gefühle werden aufgegriffen und anhand von Bewegungsabläufen, Ruhephasen und auch extremen Tänzen dargestellt damit gelernt wird sich diesen Gefühlen zu stellen, sie entsprechend einzuordnen und damit umzugehen.

In den Oberklassen werden anhand der Eurythmie thematische Aufführungen umgesetzt - es dient dem Zweck, sich einer Gemeinschaft zugehörig zu fühlen, auf Mitmenschen zu achten und Aufgaben gemeinsam zu erarbeiten und zu lösen.

Üblich ist in fast allen Waldorfschulen, dass eine Endaufführung kurz vor Abschluss des Schuljahres in der Aula dargestellt wird.

Dann gibt es noch die Heileurythmie die in intensiven Einzelstunden mit Schülern abgehalten werden. Dies wird insbesondere bei den Schülern ausgeübt die gewisse Auffälligkeiten haben wie z.B. chronische Erkrankungen, Sprach- oder auch Bewegungsstörungen.

Fazit: Sicher hat das Ganze immer noch den Oberbegriff "esoterischer Schwachsinn" für einige Menschen, dennoch ist der Sinn dahinter für so manch einen nun etwas verdeutlicht worden.

 
     
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